Chef mit Mitte 20: Wie geht es Dir damit?

Theresa und Sebastian haben 2019 gemeinsam STARTS Grafik & Webdesign gegründet. Nun nach ca. eineinhalb Jahren sitzen bereits die ersten beiden Mitarbeiter im Büro im Odenwald, die beiden sind Chef und das Unternehmen wächst stetig. Täglich warten neue Herausforderungen, spannende Projekte und auch der ein oder andere Stolperstein im Berufsalltag. Steigende Verantwortung, Freunde, Privatleben, …. da stellt sich die Frage: Wie geht es einem eigentlich damit?

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Wie geht es Dir damit, Theresa?

„Insgesamt gut! Sonst würde ich den Weg ja nicht gehen. Natürlich ist es manchmal nicht einfach, den Spagat zwischen Privat- und Berufsleben zu schaffen. Doch für mich ist das auch nicht so entscheidend. Was ich jedoch im Alltag merke: Rechtliche Themen und administrative Aufgaben nehmen in der „Position als Chef“ manchmal deutlich mehr Zeit ein, als mir lieb wäre. Wir stehen eher vor der Herausforderung, Prozesse schlank zu halten, als inhaltlich neue Funktionsweisen oder Ideen unserer Kunden umzusetzen. Manchmal habe ich das Gefühl, ich jongliere mit 10 Bällen gleichzeitig, obwohl ich vorher nicht mal wusste, wie jonglieren überhaupt geht. In der Zeit mit STARTS habe ich vor allem eins gelernt: Alles funktioniert irgendwie!

Noch vor einem Jahr habe ich gedacht, wir machen das hier für immer zu zweit. Heute weiß ich, dass STARTS für mich keine Selbstständigkeit mehr ist, sondern der Weg als Unternehmerin, als Arbeitgeber in der Region. Besonders cool finde ich, dabei mit Freunden arbeiten zu dürfen.“

Wie schaffst Du den Spagat zwischen Arbeiten und Leben in der Heckenmühle?

„Manchmal gar nicht, aber das ist okay. Wir kochen mittags in unserer Küche, gerade Denise kennt sich hier aus wie in den eigenen vier Wänden. Grundsätzlich finde es sehr schön, wenn wir hier miteinander leben und arbeiten können. Das schafft so eine Art Startup Atmosphäre. Trotzdem war es gerade bei Jesr am Anfang ein wenig komisch, dass der neue, für mich fremde Praktikant auf einmal in meinem privaten Esszimmer stand und sich in meiner Küche einen Kaffee gemacht hat. Das muss für ihn auch lustig gewesen sein. Das legte sich bei Jesr jedoch schnell!

Das Konzept funktioniert natürlich nicht für immer so. Immer wieder werden wir auf Praktikastellen angesprochen und perspektivisch haben wir auch das Ziel, weitere Mitarbeiter anzustellen. Da ist unsere Wohnung dann nicht mehr der geeignete Ort und das Dachgeschoss wird als Büro zu klein sein. Auch dafür wird sich eine Lösung finden! Und darauf freue ich mich schon unglaublich.“

Wie fühlt es sich für Dich, Sebastian, an, die Verantwortung für ein Unternehmen und Mitarbeiter zu übernehmen?

„So aktiv denke ich darüber ehrlich gesagt gar nicht nach. Es macht unglaublich viel Spaß, mit Freunden zusammenzuarbeiten. Hier fühle ich mich überhaupt nicht wie der klassische Chef, wie man es vielleicht aus größeren Unternehmen kennt. Ich merke es eher, wenn ich mich um unsere Zahlen kümmere und wir die Ziele dahinter besprechen. Es gibt nun mal jetzt einen nicht all zu kleinen Betrag X der jeden Monat fix vom Konto abgeht. Doch bisher klappt es bestens, deshalb sind wir denke ich auf einem guten Weg.

Der Chefgedanke ist bei mir daher im Hintergrund. Ich finde, man sollte einfach respektvoll und wertschätzend miteinander umgehen, dann braucht es auch kein Chef-Gehabe. Mir macht es Spaß, wenn ich mich mit neuen Themen befassen kann und etwas von meinem Wissen an Denise oder Jesr weitergebe. Die Möglichkeit hatte ich vorher so nicht.“

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Was hat sich seither für Dich als Chef verändert?

„Meine Urlaubstage und Arbeitsstunden habe ich bis vor Kurzem nie gezählt. Ich arbeite deutlich mehr und wenn mal ein Fehler passiert, dann löst das ein anderes Gefühl bei mir aus als noch vorher als Angestellter. Seit wir Denise und Jesr an Board haben, bin ich vor allem froh, die ein oder andere Aufgabe abgeben und mich darauf verlassen zu können, dass sie gut und zuverlässig erledigt wird.

Ich glaube, von mir hätten es viele nicht erwartet, dass ich heute gemeinsam mit Theresa ein Unternehmen führe und Mitarbeiter beschäftige. Darauf bin ich stolz – und darauf, das gefunden zu haben, was mir Spaß macht und mich nicht einfach weiter auf dem bequemen Weg durchs Leben gehen lässt. Ich bereue es keine Sekunde, den Schritt gegangen zu sein und bin mega gespannt, was noch alles kommt!”

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